Zwei Motorräder, eine Woche Andalusien, so viel Spaß wie möglich!

Zwei Motorräder, eine Woche Andalusien, so viel Spaß wie möglich!

Zwei Motorräder, eine Woche Andalusien, so viel Spaß wie möglich!

Andalucía 2015

Das Ziel:

Zwei Motorräder, eine Woche Andalusien, so viel Spaß wie möglich!

Die Planung:

Da wir zeitlich etwas eingeengt waren, wollten wir einen möglichst spontanen und flexiblen Kurzurlaub verbringen. Da eines unserer Bikes bereits in Andalusien eingelagert stand, bot sich ein Motorradurlaub an.

Da wir beide passionierte Motorradfahrer sind, wollten wir ein zweites Bike mieten. Glücklicherweise bietet „Siggis Bikes“ nicht nur Platz zum Unterstellen eigener Maschinen, sondern zugleich auch einen Verleih für Ducatis und BMW’s. Da ich einige Einschränkungen durch kraftbedingte Probleme mit schweren Motorrädern habe und mir somit ein Leichtes, mit geringer Sitzhöhe definitiv sehr entgegenkommen würde, fragten wir im Vorfeld an. Die Antwort kam umgehend und auf alle Wünsche wurde schnell und freundlich eingegangen.

Wir flogen mit wenig Gepäck – immerhin wollten wir mit dem Motorrad herumreisen – Ryanair von Memmingen aus.

Schnell noch den Wetterbericht gecheckt, der für Malaga eine Woche mit Sonnenschein und bis zu 20 Grad versprach und der Reise stand nichts mehr im Wege.
Der Urlaub:

Tag 1:

Reisen mit Motorradausrüstung ist an sich schon eine Herausforderung , wenn man allerdings versucht, sich in Motorradkleidung in das Flugzeug einer Budget Linie zu setzen, beginnt das Abenteuer bereits auf dem Flughafen. Nach einem angenehm kurzen Flug kamen wir am Flughafen Malaga an, von wo wir mit einem Taxi in unser Hotel, das „Cortijo Chico“ fuhren, welches in direkter Nähe von Siggis Bikes liegt. Da die Sonne soeben unter ging, machten wir es uns also für den Abend erst mal in diesem sehr empfehlenswerten Hotel gemütlich.

Tag 2:

Nach einem reichhaltigen und traumhaften Frühstücksbuffet, stiefelten wir mit Sack und Pack los, auf der Suche nach Siggis Bikes. Und tatsächlich, keine fünf Minuten später standen wir vor dem Tor des Motorradverleihs und wurden von Nieco freundlich begrüßt, der sofort die BMW nach draußen schob, damit Max mit dem Beladen der Koffer beginnen konnte. Hilfe beim Montieren, sowie geschnorrter Kaffee waren im Service inklusive. Und schon ging‘s für mich los: Zur Auswahl standen eine Ducati Hyperstrada und eine alte, aber zuverlässige Ducati Multistrada . Nach kurzer Probefahrt mit beiden, war recht schnell klar, dass die Hyperstrada etwas zu böse für mich war und so entschied ich mich für die treue, alte Ducati Multistrada die dennoch ordentlich Power hatte.

Als alles verstaut war, machten wir uns mit unseren zwei Maschinen auf den Weg Richtung Almuñeca, wobei wir die Küstenstraße nahmen und so durch Orte wie Torrox und Nerja (von wo aus wir einen Abstecher nach Frigiliana, einem der romantischen, weißen Dörfer Andalusiens machten) kamen.

Nerja

Dann bogen wir nach Norden ab und fuhren eine schmale Talstraße Richtung Granada. Leider verging die Zeit rasend schnell und so waren wir bald gezwungen, auf die Autobahn abzubiegen, um Granada noch vor Einbruch der Dämmerung zu erreichen (wir mussten uns schließlich noch ein Hotel suchen…). Doch sowohl die BMW, als auch die Ducati lagen so sicher auf der Straße, dass selbst der starke Seitenwind, der immer mehr aufkam, uns nicht schocken konnte, von der Kälte mal abgesehen.

Unser Hotel fanden wir nach einem kurzen Tankstop in Granada in dem kleinen Vorort-Städtchen Santa Fe, welches durchaus seinen Charme hat. Die ersten ca. 230 km waren geschafft.

Noch am Abend entschieden wir uns, weil wir die Fahrzeiten etwas unterschätzt hatten, Cordoba und Sevilla von der Liste zu streichen und stattdessen einen ausführlicheren Tag in Granada einzulegen.

Tag 3:

Den dritten Tag starteten wir, bei nicht ganz so gutem Wetter mit nur einem Motorrad (erleichtert die Parkplatzsuche in den Städten, die für eine BMW 1200 GS mit Koffern fast schon zu eng werden) nach Granada, wo wir uns ein Ticket für den mehr oder weniger fahrplantreuen „Hop on hop off“-Bus holten und die Stadt besichtigten. Die Alhambra war natürlich auch an der Tagesordnung. Da wir keine Tickets vorbestellt hatten, sahen wir uns mit einer immensen Wartezeit konfrontiert, um Eintrittskarten für den Nachmittag zu bekommen. Es hat sich definitiv gelohnt! Die Alhambra ist ein großartiges Zeugnis der Vergangenheit und jede Sekunde Wartezeit wert.

Granada Alhambra

Eine we tterbedingt sehr rutschige Fahrt später, die aber sowohl Max, als auch seine BMW gut meisterten, standen wir dann gegen Abend wieder in Santa Fe, wo wir mit beiden Bikes in Richtung Cadiz aufbrachen. Zum Glück hatte uns Nieco rechtzeitig gewarnt, dass die Straßen in den Dörfern äußerst schlüpfrig werden, wenn es regnet, und das entsprach absolut der Wahrheit. Der einsetzende leichte Regen bei ca. 7 Grad machte es nicht besser, doch wir schafften auch die 90 km bis nach Mollina, wobei uns ein traumhafter Sonnenuntergang und ein absolut uriges Hotel mit warmen, trockenen Zimmern belohnte!

Tag 4:

N ach einem kleinen Frühstück beluden wir erneut unsere Bikes, die die Nacht leider im Nassen verbringen hatten müssen, aber dennoch brav losschnurrten, und fuhren durch ländliche Gegenden, mit grünen Hügeln, kleinen Bergen und schmalen, beinahe unbefahrenen Sträßchen bis nach Jerez de la Frontera, wo wir eine kurze Rast einlegten, um die Stadt zu besichtigen und, da der leichte Nieselregen aufgehört hatte, ein Eis zu essen. Danach ging es zum Puerto de Santa Maria, wo uns jedoch ein Karnevalsumzug die Hälfte der Zugangsstraßen zu unserem Hotel versperrte, weshalb wir uns durch gefühlte hundert kleine Gässchen, Einbahnstraßen und holperige Pflastersteinwege kämpfen mussten, bis wir dann doch sehr erleichtert unser Hotel erreichten. Trotz guter Bikes erweist sich die Einbahnstraßen-lastige Verkehrsführung innerhalb andalusischer Dörfer und Städte als schwer überschaubar, mit, wie bereits erwähnt, extrem rutschigem Fahrbahnbelag.

Aber wir hatten unser Hotel ja erreicht und fuhren, abermals mit nur einem Motorrad, nach Cadiz, um erneut unserer touristischen Sightseeing-Neugierde gerecht zu werden. Der Weg dorthin, durch kaum bebautes Sumpfland bei untergehender Sonne war absolut genial, doch die Stadt war zu unserer Überraschung (wir sind keine großen Karnevals-Fans und waren in dieser Hinsicht etwas unbedarft) komplett vom Karneval überrannt worden. Mit eisenharter Entschlossenheit mischten wir uns unter die Feierwütigen und erlebten eine interessante Mischung aus Festival und Sight Seeing, für die wir uns mit Tapas entlohnten.

Tag 5:

Am fünften Tag ließen wir die Einbahnstraßen von Puerto de Santa María hinter uns und fuhren gemütlich zurück Richtung Westen, wo wir auf halbem Weg nach Arcos de la Frontera mit seiner beeindruckenden Festungsanlage und Kirche kamen. Dort legten wir eine kleine Pause ein und fuhren danach weiter Richtung Ronda, eine schöne, kurvenreiche Strecke. Leider wurde es mit jedem Höhenmeter kälter und regnerischer und so kamen wir recht durchgefroren in Ronda auf dem Platz vor unserem Hotel, dem Parador, an. Das Parador bietet einen großartigen Blick auf die Schlucht und die gigantischen Römerbrücke von Ronda. An diesem Tag hatten wir rund144 km zurückgelegt, was bei dem Wetter aber auch genug war, und Ronda, mit all den alten Gebäuden und Straßen, dem Blick und der Mine des Maurenkönigs, entpuppte sich als ein absoluter Hammer für Architekturfreunde!

Ronda

Tag 6:

Der vorletzte Tag mit unseren Bikes brach extrem neblig, verregnet und mit 4 Grad Kälte an. Langsam begannen wir uns zu fragen, woher die „es wird sonnig“-Wetterberichte stammten. Aber, wir waren fest entschlossen dennoch die Fahrt nach Gibraltar antreten, was für diesen Tag auf dem Plan stand. Also packten wir uns so warm wie möglich ein und fuhren los, mit wenig Gepäck, da wir am Abend nach Ronda zurückkehren wollten. Und zur Abwechslung war es auch wirklich angenehm, ohne Rucksack zu fahren. Nach Ronda ging es direkt in die Berge hinein, mit vielen Serpentinen und vermutlich traumhafter Landschaft, die nur leider nach bereits fünf Metern im Nebel verschwand. Niemand soll sagen, dass es in Spanien keine anspruchsvollen Touren gibt.

Nebel

Erst nach über einer Stunde Fahrt wurde der Nebel von Regen abgelöst. Nicht viel besser, aber immerhin konnten wir nun die eindrucksvolle Berglandschaft um uns herum bewundern. Nach ca. 100km erreichten wir die Grenze nach Gibraltar. Wir stellten unsere armen, tropfnassen Bikes in eine Tiefgarage nahe der Grenze ab und gingen zu Fuß nach England hinüber. Eine interessante Erfahrung. Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Festungsanlagen und der wetterfesten Affen mit einem Bus kehrten wir zurück zu unseren Motorrädern und hatten wohl zum ersten Mal in diesem Urlaub wenig Lust uns wieder auf die Sättel zu schwingen, da wir immer noch durchnässt waren und auch ohne Fahrtwind gefroren haben. Zum Glück hatten wenigsten die Zweiräder scheinbar nichts gegen das Wetter, denn sie fuhren brav und stoisch wie immer und zugegebenermaßen war die Rückfahrt, trotz des schlechten Wetters ein echter Hingucker, mitten durch die Natur Andalusiens.

Tag 7:

Und schon war der letzte Tag, den ich gemeinsam mit meiner Ducati verbrachte, angebrochen. Und, wie sich das für einen Abschiedstag gehört, kam endlich die versprochene Sonne raus. Warum nicht gleich so? Umso schöner war die Fahrt zurück nach Malaga, zunächst durch die Berge des Naturschutzparkes „Sierra de las Nieves“ mit vielen Aussichtsbuchten und noch mehr Serpentinen. Im Tal ging es dann weiter durch Tolox, Coín, Alhaurin el Grande, bis nach Alhaurín de la Torre, alles auf Landstraßen mit sehr wenig Verkehr. Eine superschöne Abschlussstrecke also, was aber den Abschied von meiner Ducati nicht leichter machte, als wir sie am Nachmittag wieder bei Nieco abgaben. Die Papierformalitäten waren extrem schnell erledigt und wir bekamen noch sehr hilfreiche Tipps für Málaga, was wir uns an diesem Tag noch mit nur einer Maschine ansehen wollten, mit auf den Weg. Mit ihrer riesigen Kathedrale, der Alcazaba und der Festung ist auch Malaga definitiv einen Besuch wert und wir haben es bedauert, nur einen Tag dort verbracht zu haben!

Tag 8:

Nun war auch unser letzter Urlaubstag angebrochen. Wir brachten Max‘ BMW zurück zu Siggi’s Bikes, wo sie weiterhin untergestellt werden sollte. Zu dem allgemeinen Super-Service kam nun auch noch ein Transfer zum Flughafen gegen geringes Entgelt dazu. Nieco sorgte dafür, dass wir gut ankamen und der Gesprächsstoff über’s Motorradfahren an sich, biken in Afrika und Crosstrainings ging uns keine Sekunde aus.

Fazit:

Wir können nur sagen, dass es trotz sehr durchwachsenen Wetters ein absolut gelungener Urlaub in einer traumhaften Landschaft mit fantastischen Naturparks, den weit gerühmten, weißen Dörfern, freundlichen Menschen und großartigem Essen war. Den großen Erfolg unseres Urlaubs verdanken wir nicht zuletzt unseren zuverlässigen Motorrädern und dem tollen Service von Nieco bei Siggis Bikes, der stets erreichbar war, uns bei Bedarf sogar abgeschleppt hätte und uns mit zahlreichen Tipps und Ratschlägen ausgestattet hat.
Vielen Dank y muchas gracias!
Bella und Max